Zähneputzen im Alltag: Warum Gründlichkeit wichtiger ist als Dauer

Zweimal täglich Zähneputzen gehört für die meisten Menschen ganz selbstverständlich zum Alltag. Diese gute Gewohnheit hat in den vergangenen Jahrzehnten viel bewirkt: Dank regelmäßiger Zahnpflege und fluoridhaltiger Zahnpasta ist Karies deutlich zurückgegangen. Das ist eine echte Erfolgsgeschichte in der Zahnmedizin. Doch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen auch eine andere Seite, und die betrifft fast uns alle.

Studien belegen, dass Zähne zwar fleißig, aber oft nicht gründlich genug geputzt werden. Trotz bester Absichten bleibt bei vielen Menschen Zahnbelag, auch Plaque genannt, zurück. Besonders kritisch ist dabei der Bereich direkt am Zahnfleischrand. Genau dort fühlen sich Bakterien besonders wohl. Bleibt Plaque bestehen, kann sich das Zahnfleisch entzünden. Fachleute sprechen dann von einer Gingivitis, aus der sich unbehandelt eine Parodontitis entwickeln kann, eine Erkrankung, die langfristig sogar zum Zahnverlust führen kann.

Der Zahnfleischrand, die häufig vergessene Problemzone

Untersuchungen mit über 1.000 Teilnehmern haben gezeigt, dass selbst nach sorgfältigem Putzen bei rund der Hälfte der Zähne noch Plaque am Zahnfleischrand vorhanden ist. Das betrifft Menschen jeden Alters und unabhängig davon, ob eine Hand- oder elektrische Zahnbürste verwendet wird. Häufig liegt der Fokus beim Putzen noch immer auf den Kauflächen. Diese wurden vielen von uns bereits in der Kindheit als besonders wichtig vermittelt. Die Übergänge zwischen Zahn und Zahnfleisch sowie die Innenflächen der Zähne geraten dabei leicht in Vergessenheit. Dabei sind gerade diese Bereiche entscheidend für gesundes Zahnfleisch. Wird dort nicht gründlich gereinigt, entstehen Entzündungen oft schleichend und zunächst völlig schmerzfrei.

System statt Zeitdruck: So wird Zähneputzen effektiver

Hinzu kommt, dass viele Menschen unsystematisch putzen. Bereiche werden gewechselt, ohne einem festen Ablauf zu folgen. Manche Zahnreihen oder schwer einsehbare Stellen bleiben dabei unbewusst außen vor. Entscheidend ist daher nicht, ob Sie zwei oder drei Minuten putzen, sondern ob alle Zahnflächen wirklich sauber werden, besonders am Zahnfleischrand. Mindestens einmal täglich sollte dieses Ziel erreicht werden.

Auch große Bevölkerungsstudien bestätigen diese Ergebnisse. Unabhängig von Geschlecht, Alter oder Bildungsgrad zeigen sich ähnliche Schwächen bei der Mundhygiene. Das macht deutlich: Besseres Zähneputzen ist kein individuelles Problem, sondern ein Thema, das viele Menschen betrifft.

Zur PZR gehen und Kontrolltermine einhalten

Eine wichtige Unterstützung bietet hier die professionelle Zahnreinigung (PZR) in unserer Zahnarztpraxis. Sie ist mehr als nur eine gründliche Reinigung. Sie bietet die Chance, Ihr persönliches Putzverhalten zu analysieren und gezielt zu verbessern. Angefärbte Beläge zeigen sehr anschaulich, wo noch Optimierungsbedarf besteht. Auf dieser Basis können individuelle Tipps gegeben werden, die genau zu Ihren Zähnen passen.

Richtiges Zähneputzen ist eine Fähigkeit, die man lernen und regelmäßig auffrischen kann. Mit etwas Übung wird aus der täglichen Routine eine wirksame Gesundheitsmaßnahme, für gesundes Zahnfleisch, stabile Zähne und ein gutes Gefühl im Mund. Wir unterstützen Sie dabei gern.

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Quelle: ZWP online: Alle Rechte: DGZMK/ DeutschesGesundheitsPortal DGP / HealthCom)

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